„Die Walküre“ an der Oper Frankfurt

Symbol für Niedergang

Ain Anger (Hunding) und Eva-Maria Westbroek (Sieglinde).

Frankfurt. Überväter sehen anders aus. Dieser Mann ist gramgebeugt. Ein hemdsärmeliges Etwas, das den Smoking längst abgelegt hat und sich mit einem Schluck aus dem Flachmann den Abschied von der Tochter erleichtern will. Für Regisseurin Vera Nemirova ist Richard Wagners Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“ ein Symbol für den Niedergang göttlicher Macht. Mit einer umjubelten Premiere der „Walküre“ setzte sie ihre Arbeit an dem Mammutwerk für die Oper Frankfurt fort.

Sie legt in ihrer kühl-analytischen Lesart des Stoffes die Betonung auf das Vergängliche und den Neubeginn allen Lebens. Wotan (Terje Stensvold) und Fricka (Martina Dike) streiten vor einer großen Wandtafel, auf der mit Kreide die Verwandschafts- und Liebesbeziehungen der Götter und Menschen aufgezeichnet sind.

Auch von der musikalischen Umsetzung zeigte sich das Premieren-Publikum begeistert: Generalmusikdirektor Sebastian Weigle schwelgt nicht in Klängen, sondern betrachtet gleichsam von außen den großen Melodiebogen - als hätte er Angst, in Emotionen des Augenblicks zu versinken. (dpa)

Wieder am 4., 7., 10., 18., 21., 28.11. Tel. 069/21249494, www.oper-frankfurt.de

Von Christian Rupp

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