Tänzerische Traumwelten: Kurze Choreografien in der Halle 2

Tanzen zum Thema Wahrnehmung: Szene mit Greta Bebenroth (links) und Elisabeth Kindler. Foto: Proft 

Kassel. Unter dem Titel „Solo Duo Trio“ wurden am Samstagabend vier Choreografien gezeigt, um das Format Kurzstück, welches wenig Aufführungspraxis erfährt, in den Fokus zu rücken. Den Anfang machte die Tänzerin und Choreografin Deborah Smith-Wicke mit ihrem Solo „Déjà Vu“.

Still und vorsichtig untersucht sie mit ihrem Körper den Bühnenraum. Ihre Bewegungen erinnern an den Zustand der Schwerelosigkeit, untermalt von bizarren Klängen eines alten Funkgeräts. Tänzerisch versucht sich Wicke in einer neuen Welt zurechtzufinden und nach und nach gleicht sich ihr Körper der neuen Atmosphäre an.

Dem Thema sinnliche Wahrnehmung widmeten sich in dem Stück „Vanilla“ vier Tänzerinnen, die in wechselnder Besetzung auftraten. Auch diese Choreografie von Pamela Hering erinnerte zuweilen an eine Traumwelt. In stakkato-ähnlichen Bewegungen zuckten die Tänzerinnen im Takt und bildeten dabei eine Art menschliches Uhrwerk.

Tänzerisch wurden Themen wie Inklusion und Exklusion, Zusammenhalt und Ausgrenzung verhandelt. Die Choreografin Bettina Helmrich übernahm an diesem Abend den Part des Duos. Ihr Duett tanzte sie jedoch nicht mit einer anderen Person. Als Partner diente in ihrem Stück „Circular play“ vielmehr ihr eigener Schatten. Auch Videosequenzen, die eine zweite tanzende Frau zeigten und im Hintergrund projiziert wurden, oder Tonaufnahmen wurden zu Mitspielern in Helmrichs Kurzstück.

Interessant war die Choreografie „Atlantis - für sie“ von Roman Komassa. Zu asiatischen Klängen interpretierte er als einziger Mann den zeitgenössischen Tanz mit seiner gegenläufigen, männlichen Körperlichkeit, ohne dabei den Blick auf das Publikum zu richten. Die etwa 50 Besucher würdigten die Leistungen der Choreografen und Tänzer mit langanhaltendem Applaus.

Von Philine Proft

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