Jens’n’frens stellten im Theaterstübchen ihre neue CD vor

Von Tango bis Bach

In bester Spiellaune: Jens Großmann (von links), Jörg Müller-Fest, Richard Nagy-Mink und Frank Matthäus. Foto: Fischer

Kassel. Ein Akkordeon. Wer dabei nur an eine alte Quetschkommode und an maritime Sehnsüchte denkt, liegt im Hinblick auf die Spielkünste der Kasseler Formation Jens’n’frens falsch. Was das Quartett am Montag im gut besuchten Theaterstübchen in die Gehörgänge schmeichelte, war anspruchsvolle Unterhaltungskunst vom Feinsten.

Jens Großmann zelebrierte das Akkordeon, und seine Mitspieler Frank Matthäus (Gitarre), Richard Nagy-Mink (Kontrabass) und Jörg Müller-Fest (Schlagzeug) verschmolzen mit seinen Arrangements, Kompositionen und Interpretationen zu einer organischen Einheit.

Von J. S. Bach bis Astor Piazzolla, von Lateinamerika über Frankreich bis nach Deutschland reichte die musikalische Reise, zu der die starken Musiker das Publikum einluden. Im Mittelpunkt des Konzertes: „Accordion Aspects“ – die neue CD der Formation. Mit ihr möchte Großmann die Vielseitigkeit des Akkordeons aufzeigen. Die neuen Stücke zu hören, macht einfach nur Spaß: Sie klingen entspannend, charmant, leichtfüßig und das alles auf hohem musikalischen Niveau.

Das gilt für die Samba zur Eröffnung, für den dann folgenden Trip nach Frankreich – einen „Spaziergang durch den Sommerregen“ mit dem Titel „Promenade Sous La Pluie D’ete“, das gilt für Großmanns swingende Grüße an Bach, und das gilt ebenso für seine Verneigung vor Astor Piazzolla (Libertango).

Jazz, Walzer, Tango, Gypsy Swing, Samba, klassische Anleihen – an Abwechslung mangelte es beim Auftritt nicht. Auch nicht an tollen Soli. Matthäus zeigte, was er auf der Gitarre kann, Nagy-Mink wirbelte seinen Kontrabass entlang, Müller-Fest kreierte einfühlsam facettenreiche Untermalungen, und Jens Großmann brillierte nicht nur auf seinem Akkordeon und der Trompete, sondern moderierte zudem locker und witzig: „Ein weiterer Aspekt des Akkordeons ist der, dass man den Mund dafür nicht braucht.“

Zur Bestätigung dieser Aussage agierte der sympathische Musiker dann auch als Sänger. Lang anhaltender Applaus, eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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