Residance-Orchester Cassel verwandelt das Theaterstübchen in einen Ballsaal

Tanz und bunte Träume

Das Residance-Orchester Cassel im Theaterstübchen: In der vorderen Reihe von links Kai-Michael Schirmer, Janine Safran, Rudolph Daniel, Benjamin Karaca, Simon Guth, in der hinteren Reihe von links Maximilian Bemel, Jochen Ickler, Florian Pohlmann und Stephan Bernd. Foto: Fischer

KASSEL. „Da waren ein paar Nahkampfszenen bei diesem Tango“, scherzte der Conférencier und Sänger Rainer Nentwig am Montag im Theaterstübchen. Das Residance-Orchester Cassel gibt sich dort regelmäßig die Ehre, um mit Melodien der 1920er- bis 40er-Jahre zu unterhalten.

Was auch diesmal gelang: Schon bei der dritten Nummer, dem charmanten „Bel Ami“, kamen einige Paare auf die Tanzfläche, und bald trat ein, wovon der Theaterstübchen-Chef Markus Knierim in seiner Begrüßung geschwärmt hatte: Der Club verwandelte sich in den „kleinsten Ballsaal der Welt“.

Bestens gelaunt servierten die Musiker um Dirigent Kai-Michael Schirmer die ganze Bandbreite der alten Tanzmusik - in Originalarrangements und mit einem farbenreichen Sound: Geigen, Banjo, Klavier, eine Rhythmusgruppe, Bläser von der Flöte bis zum tiefen Sousafon.

Komplimente verdiente sich nicht nur das Orchester, sondern auch das Publikum – wegen der schicken Aufmachung bis hin zu Kopfschmuck und Federboa und wegen der Gewandtheit der Tanzschritte. Als das Tempo beim Paso doble rasant nach vorn ging, umtanzte ein Paar sogar neckisch eine Säule - die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da.

Mancher Schlager ließ durch seinen Witz aufhorchen: „Du bist in letzter Zeit so schrecklich blond geworden.“ Nicht erwartet hätte man, dass der Name des dänischen Skandalregisseurs Lars von Trier fällt. Rainer Nentwig schaffte das Kunststück und erwähnte ihn, weil Trier ein Stück des Abends als Filmmusik verwendet – den melancholischen Walzer von Dmitri Schostakowitsch.

Darüber hinaus punktete Nentwig mit seinen Gesangsbeiträgen. Weitere vokale Sahnehäubchen setzten die markante Tieftönerin Claudia Riemann und die wandlungsfähige Christiane Winning-Pawassar. Ein Liederreigen von „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier“ bis zu „Auf den Flügeln bunter Träume“.

Ein Tanzvergnügen mit bunten Träumen wird sicher auch der 13. Dezember: Das Residance-Orchester spielt da beim Winterball „Swinging Christmas“ im Hotel Reiss.

Von Georg Pepl

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