Neu im Kino: Ein lahmer Abklatsch von „Fame“

Tanzen ohne Herz

Sieht doch schon ganz gut aus: Alice (Kherington Payne) träumt von der großen Tanzkarriere. Foto: Universum

Zugegeben - die Neuverfilmung von „Fame“ hat es schwer: Alan Parkers Original aus dem Jahr 1980 war in Zeiten ohne Musikvideos revolutionär. Tanzen auf Taxi-Dächern zu den Rhythmen New Yorks hatte etwas Anarchisches. „Flashdance“ (1983) und „Dirty Dancing“ (1987) profitierten von diesem Hype und konnten auf den tieferen Ausbau von Charakteren verzichten. Kevin Tancharoens Remake enttäuscht trotzdem, weil er oberflächlich ist.

Bei der Aufnahmeprüfung an der New Yorker Highschool of Performing Arts singen, spielen und tanzen sich die Bewerber die Seele aus dem Leib. Die Geschichte um die Protagonisten, die vier Jahre lang mit eiserner Disziplin künstlerisch ausgebildet werden, strotzt nur so vor Klischees. Da ist etwa Malik (Collins Pennié), der schwarze Junge aus einer sozial schwachen Familie, dessen Schwester auf der Straße erschossen wurde und dessen Mutter mehrere Jobs annehmen musste. Sein hartes Schicksal verarbeitet er selbstverständlich im Schauspielunterricht. So geht der ganze Film.

Musik und Tanz sind nett anzusehen und anzuhören, es funkt und groovt überall. „Fame“ hat ein bisschen was von allem: Musik, New York, Liebe, Witz, Coolness. Aber nichts davon wird ernsthaft Platz eingeräumt. Was am Ende fehlt, ist Herz. (tx)

Genre: Tanzfilm

Ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!:::

Von Julia Kreissl

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