Die Ballettschule Dushevin’s zeigte „Carmen“ mit 35 Mitwirkenden im voll besetzten Schauspielhaus

Der Tod tanzte immer mit

Gekonnte Gruppen-Choreografie: Das Ensemble der Schmugglerinnen. Fotos:  Zgoll

KASSEL. Voll besetzt war das Schauspielhaus beim Gastspiel der Kasseler Ballettschule Dushevin’s am Sonntag. Schier nicht enden wollte der Schlussbeifall - obwohl die erzählte Geschichte reichlich bitter war. Liebe sei in ihren Mitteln Krieg und der Todeshass der Geschlechter. So hat einst der Philosoph Friedrich Nietzsche die finstere Moral von „Carmen“ resümiert.

Hits aus der Bizet-Oper erklangen als Zuspielung, doch sonst brachte das neoklassische Ballett einige Neuerungen gegenüber der Oper. Der Tod, auf den die Handlung triumphal zusteuert, hatte einen leibhaftigen Auftritt. Alexander Siegbert, düster aufgemacht mit Perücke und Umhang, verlieh ihm eine imposante Statur.

Neben den Zigarettenmädchen und den Schmugglern gab es einen lieblichen weißen Farbtupfer: die engelhaften Mädchen-Seelen, angeführt von der grazilen Line Umbach als Carmens guter Geist. Ein hübscher Einfall in dieser farbenprächtigen Version, für die Helena Haas die Kostüme geschaffen hat.

Mit tollem Engagement setzten 35 Mitwirkende die geschickt mit Personengruppen arbeitende Choreografie von Jana und Valery Dushevin um. Der Choreograf selbst glänzte professionell elegant als José. Arthur Haas verkörperte eindrucksvoll den jungen, virilen Gegenspieler El Tuerto. Dessen Freundin Lola war Marilena Muster. Bleibt noch die Femme fatale selbst: Madita Butzbach, mit viel Jubel bedacht, gab der Carmen die richtige Mischung aus Leidenschaft und Stolz.

Von Georg Pepl

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