Neu im Kino: „Footloose“ ist eine Neuauflage des 80er-Jahre-Films

Tanzverbot in der Provinz

Dynamisch: Die Choreografien in „Footloose“ orientieren sich an MTV-Videoclips. Foto:  nh

Es ist jetzt 27 Jahre her, dass Kevin Bacon in „Footloose“ mit ekstatischen Tanzbewegungen die jugendliche Befreiung vom elterlichen Druck zelebrierte. Die Story des rebellischen Großstadtjungen, der in ein Provinzkaff verschlagen wird, das mit einem absurden Tanzverbot belegt ist, wirkte damals schon etwas antiquiert.

Aber Bacon führte mit seinem hochelastischen Körper eine Lebensenergie vor, die genau das richtige Gegengift zur düsteren Jugendkultur der frühen 80er lieferte. Craig Brewers Remake des angestaubten Kultfilmes bewegt sich überraschend nahe am Original, will jedoch die Charaktere nuancierter gestalten.

Der Reverend (Dennis Quaid), der im Stadtrat das Tanzverbot durchsetzt, ist kein konservatives Hassbild mehr, sondern ein trauernder Vater, der den Verlust des eigenen Sohnes durch einen Autounfall mit administrativer Überbehütung kompensiert.

Ren wiederum ist weniger ein junger Wilder, sondern eher ein melancholischer Typ, der im Tanz seinen Gefühlen Ausdruck verleihen will. Das kann jedoch nichts an der Unglaubwürdigkeit der Geschichte ändern, weil die Prämisse des Tanzverbotes heute selbst in der tiefsten US-Provinz völlig absurd wirkt. Dem gegenüber stehen in Brewers Update die stärker sexualisierten Tanzszenen, und mit Kenny Wormald ein durchaus charismatischer Hauptdarsteller.

Genre: Tanzfilm

Altersfreigabe: ab 6

Wertung: !!!::

Von Martin Schwickert

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