Musical-Star Alexander Klaws im Interview

„Tarzan ist der härteste Job“

+
Nur Fliegen ist schöner: Mehr als 400-mal stand Alexander Klaws seit Mai 2010 als Tarzan in Hamburg auf der Musical-Bühne.

Als Casting-Sieger der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ musste Alexander Klaws 2003 viel Häme einstecken. Im selben Jahr trat er bei „World Idol“ gegen elf internationale Gewinner des Formats an, wurde Vorletzter und hörte.

Jury-Mitglied Ian Dickson sagte damals: „Ich verstehe nicht, wie jemand behaupten kann, die Deutschen hätten keinen Humor, wenn sie diesen Mann zum Superstar gewählt haben.” Mittlerweile blickt der 29-Jährige auf eine erfolgreiche Karriere zurück und ist der Star des Disney-Musicals „Tarzan“ in Hamburg mit der Musik von Phil Collins. Wir sprachen mit ihm in einem Interview.

Herr Klaws, als Tarzan tragen Sie eine drei Kilo schwere Langhaarperücke, schwingen sich von Liane zu Liane, tanzen und müssen auch noch singen. Wie schaffen Sie das?

Alexander Klaws: Das Ganze erfordert viel Training, eine super Vorbereitung und einen unbändigen Willen. Tarzan ist die härteste Männerrolle im Musical-Geschäft. Es ist eine Mischung aus Akrobatik, Schauspiel und Gesang. Das geht nur mit viel Disziplin. Ich gehe nicht mehr bis morgens um fünf auf Partys. Seitdem ich Tarzan bin, trinke ich auch keinen Tropfen Alkohol mehr.

Hat Tarzan Sie verändert?

Klaws: Sehr, zum einen sieht mein Körper nun komplett anders aus. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Sport gemacht wie in den letzten zweieinhalb Jahren. Wenn ich morgens aufwache, frage ich mich manchmal, wo ich keine Schmerzen habe. Meinen körperlichen Grenzen bin ich ein gutes Stück nähergekommen. Und ich bin künstlerisch gewachsen.

So hätten Sie sich früher Sex, Drugs and Rock’n’Roll im Show-Geschäft wohl nicht vorgestellt.

Klaws: Nein, aber der Rock’n’Roll hat sich gewandelt. Mit Tarzan machen wir gesunden Rock’n’Roll.

Gibt es den Schwiegermutterliebling Alexander Klaws noch?

Klaws: Gab es den überhaupt jemals? Das war ja nur ein Image, das die Medien zu Beginn meiner Karriere kreiert haben und gegen das ich mich nicht gewehrt habe. Wer mich kennt, weiß, wie ich wirklich bin. Ich bin lieber unkompliziert, respektvoll und gut erzogen als ein Arschloch, dem seine Mitmenschen egal sind.

Vor einem Jahr haben Sie Ihr fünftes Album veröffentlicht, das es nur noch auf Rang 46 der Charts geschafft hat - Ihre schlechteste Platzierung.

Klaws: So kann man es sehen, andererseits war „Für alle Zeiten“ im Radio mein erfolgreichstes Album. Ich hatte gleich fünf Singles in den Top Ten der Radio-Charts. Das habe ich mit keinem anderen Album geschafft. Ehrlich gesagt sind die Charts für mich heute auch nicht mehr so ausschlaggebend. Viel wichtiger ist für mich, dass ich mich als Künstler vielseitig zeigen kann, musikalisch noch mehr meinen eigenen Stil finde und dass die Leute mich auch nach zehn Jahren noch auf der Bühne sehen wollen. Aber ich arbeite natürlich hart daran, in naher Zukunft mit meiner Musik mal wieder durch die Decke zu gehen.

Schauen Sie noch Castingshows?

Klaws: Wenn es interessante Formate sind wie „The Voice“, in denen Leute mit Ahnung von Musik in der Jury sitzen und interessante Stimmen zu hören sind, zappe ich manchmal rein.

Heißt das, dass Ihr einstiger Mentor Dieter Bohlen keine Ahnung von Musik hat?

Klaws: Nein, das habe ich nicht gesagt. Dieter ist mit dem, was er macht, sehr erfolgreich. Aber es hat bei den Casting-Formaten eine negative Entwicklung gegeben. Ich bin gespannt, wie sich Bill und Tom Kaulitz demnächst in der Jury von „DSDS“ schlagen. Aber ich halte mehr von Leuten wie Nena, Xavier Naidoo und Rea Garvey bei „The Voice“, die schon auf eine lange Karriere zurückblicken können.

Abo-Bonus-Aktion

Für Leser mit der Abo-Bonus-Card bietet die HNA verbilligte Exklusiv-Fahrten zu den Musicals „Tarzan“, „Rocky“ und „Der König der Löwen“ an. Informationen bei „Peter’s Reisedienst“ in Kassel (0561 / 872027) sowie Weihrauch Uhlendorff in Northeim (05551 / 975024).

Von Matthias Lohr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.