Kritik zu „Kein Mitleid, keine Gnade“

"Tatort" aus Köln: Gespenstisches Bild einer Jugend ohne Mitgefühl

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Schlüsselfigur: Nadine Wilcke (Emma Drogunova).

Ein gespenstisches Bild einer Jugend ohne jede Empathie, selbstbezogen, allein gelassen und emotional verwahrlost, zeichnet der Kölner „Tatort“, findet unser Kritiker.

  • "Tatort" aus Köln - ein dramaturgisch dichter Krimi.
  • In "Kein Mitleid, keine Gnade" wird ein gespenstisches Bild einer Jugend gezeichnet.
  • Ein Film über Hass, Homophobie und soziale Gegensätze.

Der Titel „Kein Mitleid, keine Gnade“ war passend. Ein Figurenensemble voller Hass und Homophobie am fiktiven Robert-Görlinger-Gymnasium, aus dem Drehbuchautor Johannes Rotter einen dramaturgisch dichten Krimi entwickelte. Regisseur Felix Herzogenrath profitierte vor allem von seinen hervorragenden Jungschauspielern.

Justus Johanssen spielte den blasierten Sportler Robin, Moritz Jahn den undurchsichtigen Lennart, Thomas Prenn den als „Schwuchtel“ gemobbten, isolierten Paul, Emma Drogunova gab das zickige Flittchen Nadine. Die hatte im 77. Fall von Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) unter den Abiturienten eine Schlüsselrolle, auch weil sie Schenk fälschlicherweise als „Grapscher“ beschuldigte.

"Tatort" mit einem feinsinnigen Detail

Der Film gönnte in einem feinsinnigen Detail auch Nadine, deren Mutter als Putzfrau für Lennarts wohlhabende Familie arbeitete, wenigstens einen kurzen, berührenden Moment von Sensibilität: Die Arbeitsanweisung für die Mutter ergänzte sie mit „Danke!“. 

"Tatort" über Mobbing und soziale Gegensätze

Dieser „Tatort“ über Mobbing und die Omnipräsenz von Smartphones war auch ein Film über soziale Gegensätze, den Zwang mitzuhalten, Ansprüchen zu genügen, seinen Platz zu finden. Oder wie es Schenk am Ende sagte: „Man muss reinpassen.“

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