20.15 Uhr, ARD

"Tatort" aus Kiel: Fanatismus und Schuld in "Borowski und das Haus am Meer"  

Pfarrer unter Verdacht: Die Kommissare Mila Sahin (Almila Bagriacik, von links) und Klaus Borowski (Axel Milberg) mit Pastor Johann Flemming (Martin Lindow).
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Pfarrer unter Verdacht: Die Kommissare Mila Sahin (Almila Bagriacik, von links) und Klaus Borowski (Axel Milberg) mit Pastor Johann Flemming (Martin Lindow).

Fanatismus und Schuld - darum dreht sich alles im neuen "Tatort" aus Kiel. Warum es sich lohnt, einzuschalten, lesen Sie in unserer Vorschau. 

Ein Pfarrhaus, in dem der Haussegen schief hängt – das ist ein Hauptschauplatz des Kieler „Tatorts“, den das Erste am Sonntag ab 20.15 Uhr zeigt. Für Buch und Regie im Fall „Borowski und das Haus am Meer“ zeichnet „Tatort“-Routinier Niki Stein verantwortlich.

Was hat es mit dieser Pfarrfamilie auf sich?

Pastor Johann Flemming (Martin Lindow) hat, weil er sich zu christlicher Nächstenliebe verpflichtet fühlt, seinen an Alzheimer erkrankten Vater zu Hause aufgenommen – obwohl der ihn zeitlebens abgelehnt hatte. Dieser Heinrich Flemming (Reiner Schöne) war in den 70ern in Dänemark ein bekannter Reformpädagoge.

Jetzt spottet er über den Glauben, macht den Sohn verächtlich und der Schwiegertochter Avancen – die Situation ist zum Bersten gespannt, gerade auch für Enkel Simon (Anton Peltier). Eines Tages wird sein Opa tot aufgefunden, ertränkt in einem Bachlauf, dann am Strand begraben. Simon hatte den eingesperrten Großvater rausgelassen. Er ist nun völlig verstört.

Vielleicht hat Simon den oder die Täter gesehen?

Das ist lange unklar. Der Junge fantasiert von einem Indianer, von einem großen Hund, seine Aussage scheint wenig hilfreich. Die Polizeipsychologin will das traumatisierte Kind schützen, Hauptkommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) versucht, sein Vertrauen zu gewinnen – während Kollegin Mila Sahin (Almila Bagriacik) in Dänemark recherchiert. 

Dort lebt Flemmings langjährige Gefährtin mit ihrer Entourage auf einer Art Hippie-Schiff. Das just in der nahen Bucht geankert hatte, als der Demenzkranke dort im Wald getötet wurde.

Klingt nach einem komplizierten Fall?

Stimmt, es dauert lange, bis sich die Mosaiksteinchen zu einem Bild fügen – auch weil die Zeitebenen ziemlich wirr wechseln, bleibt man lange orientierungslos. Mystery-Elemente, Düsternis – Regen, Wald, Nacht – und die kompromisslose Strenge des Pfarrers tragen dazu bei, dass es sich nicht gerade um heitere Krimikost handelt. Auch wenn sich ein Borowski nicht wirklich beirren lässt.

Lohnt sich denn das Einschalten?

Der Generationskonflikt, der sich in dieser ländlichen Ostsee-Szenerie entfaltet, ist zumindest ungewöhnlich angelegt und durchaus glaubwürdig. Es geht um Fanatismus, Schuld und deutsche Geschichte.

Tatort aus Kiel: „Borowski und der Fluch der weißen Möwe“ kann ein Hit werden - ausgestrahlt wird die neueste Folge mit Kommissar Borowski am Sonntag (10.05.2020) um 20.15 in der ARD.

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