TV-Kritik

Phänomenal: Lars Eidinger in einem Kieler Tatort der Extraklasse

Das war ein Tatort der Extraklasse. Sagenhaft spannend. Mit phänomenalen Schauspielern. Geradlinig, ohne Mätzchen, auf den Punkt genau inszeniert. Ganz großartig. Eine Tatort-Kritik von HNA-Redakteur Mark-Christian von Busse.

Drehbuchautor Sascha Arango und Regisseur Christian Alvart gelang es, in „Borowski und der stille Gast“ um einen Psychopathen, der sich unbemerkt Zutritt zu Wohnungen junger Frauen verschafft, eine irrsinnig unheimliche Atmosphäre zu erzeugen. Der 36-jährige Lars Eidinger, Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne, spielte die Einsamkeit und Kontaktunfähigkeit des Stalkers, seine geheime Sehnsucht, sich in das Leben der Frauen zu schleichen, und seine grausame, berechnende Kälte auf eine bestürzende Weise.

Der Krimi blieb dicht am perfiden Täter, zeichnete auch ein erschütterndes Bild eines seiner Opfer, der drogensüchtigen Prostituierten Roswitha (Peri Baumeister). Aber er vernachlässigte nicht die Dynamik des Teams um den spröden Klaus Borowoski (Axel Milberg).

Sibel Kekilli als Assistentin Sarah Brandt tut dem Kieler Tatort gut. Mit ihrer Epilepsie wurde unaufdringlich ein neues Thema eingeführt, das die Ermittler weiter beschäftigen wird. Sensationell auch, wie der jähzornig-sture Borowski auf seinen defekten alten Passat schoss. Dieser Tatort hatte nur ein Manko: Die tolle Polizeipsychologin Frieda Jung (Maren Eggert) fehlt. Sie hätte in Kiel viel zu tun.

Rubriklistenbild: © dpa

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