Ein "Tatort", der aus dem Rahmen fiel

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Die Münchener "Tatort"-Kommissare.

Der Name Dominik Graf steht für einen außergewöhnlichen, anspruchsvollen, oft spektakulären Zugriff auf Fernsehformate. Der 61-jährige Kino- und TV-Regisseur („Im Angesicht des Verbrechens“) hat mit der Münchner Folge „Frau Bu lacht“ 1995 einen der besten „Tatorte“ überhaupt gedreht.

Wenn Graf einen Krimi liefert, ist das immer ein Ereignis. So auch gestern. Der gebürtige Münchner hat ein besonderes Gespür für die Atmosphäre seiner sich rasant wandelnden Heimatstadt.

Wobei das Milieu im Fall „Aus der Tiefe der Zeit“ abgedreht war: Autor Bernd Schwamm verwob Immobiliengeschäfte, Familienstreitigkeiten, düstere Nachkriegsgeheimnisse und Zirkusszenen-Rückblenden zu einem Durcheinander mit überraschendem Finale, das die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) nur mühsam sortierten. Zu Nervosität und Schnelligkeit trug Alexander Fischerkoesens unruhige Kamera bei.

Besetzt war dieser „Tatort“ herausragend: Meret Becker (mit Spagat beim Verhör!), Misel Maticevic, Erni Mangold, Maximilian Brückner, um nur sie zu nennen, spielten toll. Bis in Details und Nebenrollen ein Film, der aus dem Rahmen fiel.

Von Mark-Christian von Busse

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