Tatort-Kritik: Besser ohne Hollywood

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Christof Gaugler als Privatdetektiv Matthias Wagner (l.) und Stefan Gubser als Kommissar Reto Flueckiger in dem Tatort "Wunschdenken" von Markus Imboden. Drei Mal hat der Schweizer Kommissar Reto Flueckiger an der Seite von Klara Blum am Bodensee ermittelt - jetzt muss er alleine ran.

Die Folge „Wunschdenken“ hatte die Zutaten, die ein klassischer „Tatort“ braucht: den grüblerischen Einsiedler-Kommissar, schrullige Nebencharaktere, eine bis zuletzt überraschende Geschichte und eine Schießerei, in der keine Gefangenen gemacht wurden.

Dazu die Berge um Luzern. Schade, dass Drehbuchautor Nils-Morten Osburg und Regisseur Markus Imboden glaubten, es brauche noch mehr – und Hollywood-Schauspielerin Sofia Milos für die Rolle der Austauschpolizistin Abby verpflichtet wurde. Ihre schauspielerische Leistung bestand darin, einen Schmollmund zu ziehen und ihr blankes Hollywood-Gesicht in die Kamera zu halten. Schade, da der „Tatort“ ansonsten bis in die Nebenrollen glänzend besetzt war.

Und ein krasser Gegensatz zu Stefan Gubser in der Hauptrolle: Dem gelang es, mit einem Augenblinzeln Flückigers Leiden an der Welt auszudrücken. Sinnbefreit, wie Abby mit englischen Filmzitaten um sich warf, unerklärlich, warum sich die attraktive Frau dem älteren Kommissar gleich zweimal plump an den Hals werfen sollte. Zur Rolle Flückigers passten die schüchternen Flirts mit Eva Mattes im Bodensee-„Tatort“ einfach besser.

Von Irene Habich

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