Tatort- Kritik: Der bockige Tennisstar

"Zwischen den Ohren“ entscheidet sich, ob ein Mann ein Mann und eine Frau eine Frau ist. Nicht zwischen den Beinen. So lapidar erklärte es Professor Boerne (Jan Josef Liefers) im gleichnamigen Münsteraner „Tatort“.

Dass es um das Thema Intersexualität im Sport ging und der Fall des 17-jährigen Tennisprofis Nadine Petri lose an das Schicksal der 800-Meter-Läuferin Caster Semenya angelehnt war, kristallisierte sich aber sehr spät heraus. Regisseurin Franziska Meletzky und die Drehbuchautoren Thorsten Wettcke und Christoph Silber ließen das kauzige Ermittlerteam Thiel (Axel Prahl) und Boerne auf einigen falschen Fährten schnüffeln und packten jede Menge Konfliktstoffe in die Peripherie (Pflegefinanzierung, Frauenfeindlichkeit, Doping).

Und doch gelang es in dieser soliden Durchschnittsfolge, Spannung und Interesse zu halten. Highlight: Anna Bullard porträtierte die verzweifelt-bockige 17-Jährige sehr sensibel. Die schwierige Aufgabe, den Marotten und Kabbeleien der Ermittler so viel Raum einzuräumen, wie es der Kult um sie erfordert, und das Ganze in die Fallstruktur einzubinden, ohne zu nerven, wurde gut gelöst.

Von Bettina Fraschke

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