ARD-Krimi

"Tatort"-Kritik: Das Böse kommt nach Bremen

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Der Bremer "Tatort" kümmert sich traditionell um Themen, die anderen ARD-Anstalten zu heiß sind. Das gelang auch in "Der hundertste Affe", wie unser Kritiker Matthias Lohr meint - auch wenn offensichtliche US-Vorbilder zu groß sind.

Der Bremer „Tatort“ ist das Politmagazin unter den Sonntagabendkrimis. In der Hansestadt geht es entweder um Bootsflüchtlinge, den Konflikt zwischen Ökonomie und Ökologie oder gleich die Hintergründe des 11. September. Darunter macht es Radio Bremen nicht. 

Auch in „Der hundertste Affe“ packten Regisseur Florian Baxmeyer und Autor Christian Jeltsch ein heißes Thema an. Umweltterroristen drohten, das Trinkwasser zu vergiften, wenn nicht die Wahrheit über einen Chemiekonzern ans Licht kommen würde. 

Der machte lieber Geschäfte mit Pestiziden statt den Welthunger zu stillen. Baxmeyer erzählte den Politthriller im Stil der Serie „24“. Schon in einer früheren Folge mit den Kommissaren Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) und Inga Lürsen (Sabine Postel) hatte er den Bildschirm wie im US-Vorbild gesplittet. 

Diesmal genügten rasante Schnitte und eine eingeblendete Uhr, um den Wettlauf gegen die Zeit spannend zu inszenieren. Für „Tatort“-Verhältnisse war das schon sehr cool, auch wenn es letztlich „24“ für Arme blieb. Ganz nebenbei ging es um die politische Frage, wie böse man sein darf, um für das Gute zu kämpfen. 

Wie gut oder böse die neue BKA-Ermittlerin Linda Selb (Luise Wolfram) ist, bleibt vorerst offen. Dem alten Assistenten Karlsen ging sie „auf den Sack“. Er muss stark sein: Selb wird auch nächstes Mal dabei sein.

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