Sehenswerter Fall mit einem düsteren Ende

"Tatort"-Kritik: Das Böse ist nicht besiegt

Mark-Christian von Busse über den Schweizer "Tatort".

Um gestohlene Bankdaten und Steuerhinterziehung drehte sich der neue "Tatort" aus der Schweiz. Ein sehenswerter Fall mit einem düsteren Ende, wie unser Kritiker Mark-Christian von Busse findet.

Normalerweise ist sonntags um 21.45 Uhr mit dem „Tatort“-Abspann die Ordnung wiederhergestellt, Bösewichte werden ihrer gerechten Strafe zugeführt. Einen wirklich guten Krimi aber zeichnet aus, dass am Ende womöglich zwar ein Fall aufgeklärt, ein Täter gefasst, aber die Welt nicht mehr heil ist. Dieser Regel zufolge war der gestrige Fall aus Luzern, „Verfolgt“, ein guter Krimi – mit Abstrichen.

Lesen Sie auch:

Interview: Stefan Gubser über seine Rolle als Schweizer „Tatort“-Kommissar

An die wirklich Mächtigen in der Finanzbranche kam Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) nicht ran, mit seiner Partnerin Liz Ritschard (Delia Mayer) stand er am Ende mit leeren Händen da. Regisseur Tobias Ineichen, der ein Buch von Martin Maurer verfilmte, gelang es überzeugend, den Kontrast zwischen dem scheinbar so friedlichen Idyll am Vierwaldstättersee und düsteren Machenschaften zu zeigen. Paranoia war das untergründige Thema dieses Falls – sie erwies sich als berechtigt. Sorgfältig waren die Schauplätze und Figuren gestaltet. In der Geschichte verzettelte sich das Schweizer „Tatort“-Team aber zwischenzeitlich – natürlich gab es den unvermeidlichen Eifersuchts-Handlungsstrang.

Ermittler Flückiger, der in seiner Funktionskleidung immer ein bisschen wirkt, als ginge er eigentlich lieber auf den Berg, entwickelt sich immer mehr zum Sympathieträger. Seinen gerechten Zorn im Finale jedenfalls nahm man ihm ab.

Mail an den Autor: vbs@hna.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.