Mark-Christian von Busse über den Bremer „Tatort“

Alte Rechnungen

Wer mit „Tatort“-Ermittlern liiert ist, hat es schwer: Wird links liegen gelassen und vernachlässigt, weil immer der aktuelle Fall vorgeht, oder muss gar um den Partner bangen.

Im gestrigen Bremer Krimi „Königskinder“ wurde der Arzt Adrian Plöger (Peter Kremer), nachdem er sich äußerst charmant und längst nicht nur professionell um die von einer Treppe gestürzte Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) gekümmert hatte, sogar angeschossen.

Lürsen ließ vorher am Strand von Bremerhaven den Sand durch die Finger rieseln und lächelte verklärt. Sie wirkte wie ausgewechselt und ließ die Seele baumeln, bis es ihrem Team mulmig wurde. Der Spannung tat ihr Techtelmechtel keinen Abbruch.

Denn Kollege Stedefreund (Oliver Mommsen) hatte sich mit einem Geflecht aus früheren Romanzen und Amouren zu befassen, die nur Bitterkeit hinterlassen hatten. Seine Ex-Freundin wurde bei einem Einbruch erdrosselt. Ein Raub aus Rache? Auftragsmord? Es dauerte, bis das „Tatort“-Team alle alten und noch offenen Rechnungen sortiert hatte - zumal den Ermittlern immerzu der übereifrige Kollege von der Sitte (Dirk Borchardt), der Bruder der Toten, in die Quere kam.

„Tatort“-Routinier Thorsten Näter schrieb und drehte einen guten Krimi. Und wir haben gelernt, dass nicht nur wenige Zentimeter zwischen Leben und Tod liegen können, wie bei Lürsens Aufprall nach dem Treppensturz, sondern dass es hilft, sich weniger aufzuregen. Der Kommissarin jedenfalls hat es gutgetan.

vbs@hna.de

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