Tatort-Kritik: Fesselnd bis zum Schluss

Der neue Bodensee-„Tatort: Im Netz der Lügen“ startete ungewöhnlich. Mit einer Mörderin, die neben der Leiche saß und gefasst ihre Aussage machte.

 Regisseur Patrick Winczewski rückte mit Kommissarin Klara Blum (solide: Eva Mattes) und der eiskalten Richterin Heike Göttler (überragend: Karin Giegerich) zwei starke Frauen ins Zentrum einer Geschichte um Justizfehler, Scheinidentitäten und Rachegelüste. Der Mimik-Experte Professor Lorenz wollte nicht an alle Teile von Göttlers Aussage glauben und schulte die Augen Blums und ihres Kollegen Kai Perlmann (Sebastian Bezzel).

Fortan zoomte die Kamera ganz nah ran, sezierte einen Gesichtsmuskel nach dem anderen und verlor sich doch immer wieder im Nichts der anonymen Internetforen, in denen sich Sadomaso-Liebhaber zu Vergewaltigungen verabreden.

Dieser Film von Regisseur Patrick Winczewski blieb fesselnd bis zum Schluss, in dem der Wahnsinnige ins Netz ging, der aus Wut über ein Fehlurteil der Richterin nichts ahnende Männer per Mausklick instrumentalisierte. Einziger Kritikpunkt: Ganz ohne Klischees klappte das nicht. Denn der Journalist war ein Schmierfink, der für Geschichten über gebrochene Herzen ging.

Von Sonja Broy

Rubriklistenbild: © dpa

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