Folge "Blackout"

"Tatort"-Kritik zur Folge aus Ludwigshafen: Mutiges Porträt

Im Ludwigshafener "Tatort" um Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal ging es um wichtige Fragen des Lebens, um Emotionen bis nahe an den psychischen Zusammenbruch. Eine TV-Kritik von Bettina Fraschke aus der HNA-Kulturredaktion.

Wie ist das mit dem Älterwerden? Wie ist das mit dem Leben als Singlefrau, die sich fast ausschließlich über ihren Beruf definiert? Im Grunde standen diese Fragen im „Tatort: Blackout“ von Eva und Volker A. Zahn (Buch) und Patrick Winczewski (Regie) im Zentrum - am Beispiel der Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts). Der Kriminalfall um sexuelle Gewalt und eine Racheaktion war allerdings auch spannend und beklemmend und führte mit der Profilerin Johanna Stern (Lisa Bitter) eine erzählerisch ergiebige neue Figur ein.

In vielen Nahaufnahmen rückte Kameramann Andreas Schäfauer das Gesicht Ulrike Folkerts in den Mittelpunkt, zeigte Erschöpfung, Traurigkeit: Odenthal wurde an den Rand des psychischen und physischen Zusammenbruchs geführt. Gedankenlose Sprüche der jungen Vertretungskollegin über die Alten und die dauernden Selbstbezichtigungen, nicht schnell genug gearbeitet zu haben, zermürbten sie – und führten sie zu einer ernüchternden Lebensbilanz und zu ihren tiefsten Ängsten. Fast weinend offenbarte sie sich ausgerechnet einem Barkeeper. Dass der SWR und Ulrike Folkerts mit diesem mutigen, ungeschönten Porträt das 25. Dienstjubiläum der Kommissarin feierten, ist sehr zu loben.

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