Abschied von Conny Mey

Tatort-Kritik: "Nina Kunzendorf geht zu früh"

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Nina Kunzendorf kann selbst aus einem dunklen Polizeiflur eine Attraktion machen. Wie sie in ihrem fünften und letzten Einsatz im Frankfurter „Tatort“ als Kommissarin Conny Mey an gekachelten Wänden vorbeischritt, war noch einmal ein Ereignis. Die Tatort-Kritik von Matthias Lohr.

So eine Präsenz, die den ganzen Raum einnehmen kann, haben nicht viele Schauspielerinnen.

Dass Kunzendorf nun aufhört, ist ein herber Verlust. Sie hat den großen Schauspieler Joachim Król noch ein bisschen größer gemacht. Als Mey ihrem Kollegen Frank Steier erklären will, warum sie in die Polizeischule nach Kiel wechselt, hält sie ein flammendes Plädoyer. Sie wolle die Welt besser machen und etwas von ihrem Können weitergeben, sagt sie. Man möchte sie umarmen, aber Steier knurrt: „Eine größere Scheiße haben Sie noch nie von sich gegeben.“

Kunzendorf geht zu früh, ihre Rolle war noch längst nicht auserzählt. Autor Lars Kraume hätte ihr noch einige spannende und vor allem realistische Fälle schreiben können. Mit Regisseur Edward Berger erzählte er in „Wer das Schweigen bricht“ erneut eine wahre Geschichte – diesmal aus dem Gefängnis, wo eigene Regeln gelten. Eine wichtige „Tatort“-Regel formulierte Mey, als sie sich verabschiedete: „Das Leben geht weiter.“ Aber sonntagabends wird es jetzt langweiliger. (mal)

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