Tatort-Kritik : Heillos überfordert

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Dies war kein „Tatort“ zum entspannten Zurücklehnen. Pim Richter und Daniela Mohr (Drehbuch) sowie Christian Görlitz (Regie) machten zum Thema, was für hunderttausende Familien bittere Realität ist: die Demenz-Erkrankung eines Angehörigen.

Eine illegal beschäftigte Pflegerin aus Bulgarien schien der heillos überforderten Familie Lasinger der einzige Ausweg. Dazu die Insolvenz der Glaserei, die Ehe in der Krise - bedrückend, wie Karin Lasinger (Johanna Gastdorf) unter dieser Last zusammenzubrechen drohte, mühsam den Schein wahrte.

Schauspielerisch ebenfalls fabelhaft Günther Maria Halmer als desorientierter Senior Max. Der gleichwohl mäßig spannende Fall „Gestern war kein Tag“ war auch kein Großstadt-Krimi. Die Münchner Kommissare Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl) ermittelten im beschaulichen Stadtteil Altperlach.

Mag der ermordete Sohn ein Unsympath gewesen sein - das Unheil kann in jede Familie, jeden Handwerksbetrieb einbrechen, und es braucht nicht viel kriminelle Energie, um sich im Pflegenotstand die Hände schmutzig zu machen, von den skandalösen Bedingungen zu profitieren. Das war die Botschaft dieses routinierten „Tatorts“.

Von Mark-Christian von Busse

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