Tatort-Kritik: Wie im Horrorfilm

Der „Tatort“ aus Kiel hat den Zuschauer ergriffen und schockiert. Zwei Handlungen mit Toten an unterschiedlichen Schauplätzen zeigten zunächst keine Parallelen. Doch dann stellte sich heraus, dass das Opfer in Kiel Tollwut hatte, und die Spur führte nach Schweden, wo ein Mädchen an der Krankheit starb.

Das Thema Tollwut schien etwas weit hergeholt, während die Gefahren beim Chat im Internet als zweites sozialkritisches Thema näher an der Realität waren. Lange blieb der Zuschauer ahnungslos, wer hinter der brutalen Tat in Kiel steckte. Die Täterfigur war so grausam und unberechenbar wie selten in einem „Tatort“.

Einige Szenen inszenierte Regisseur Christian Alvart wie in einem Horrorfilm. „Borowski und der coole Hund“ war ein durchweg spannender Krimi (Drehbuch: Michael Proehl) mit dem Ermittlerpaar Borowski und Brand (Axel Milberg und Sibel Kekilli), das sich trotz Zickereien gut ergänzte. Der Darsteller Magnus Krepper spielte den schwedischen Macho-Kollegen, der Opfer seiner leichtsinnigen Ermittlungsmethoden wurde. Der Schwede erlebte den Horror am eigenen Leib, was den Zuschauer erschütterte.

Von Stefanie Dietzel

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