Tatort-Kritik: Interesse blieb aus

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Mit vollem Einsatz: Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) im Gespräch mit dem Polizeischüler Torben Brandstetter (Matthias Ziesing).

Christian Redl war ein Lichtblick. Wie er als Leiter der Polizeischule Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) psychologisch unter Druck setzte bei ihren Ermittlungen - das sorgte für Momente der Spannung im Ludwigshafener Tatort „Tödliche Ermittlungen“.

Doch ansonsten überzeugte der Fall von Andreas Schlüter (Buch) und Michael Schneider (Regie) nicht.

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Merkwürdig kalt ließ einen das Schicksal der ermordeten Polizeischülerin Bettina (Julischka Eichel). Die Frage nach Anabolika-Handel im Fitnessstudio hätte spannend werden können, wenn die gesellschaftliche Relevanz des Themas herausgearbeitet worden wäre. Nur finstere Typen mit Boxhandschuhen zu zeigen - das ist zu billig.

Kein Wunder, dass der ganze Handlungsstrang um die Muckibude mitten im Film fallen gelassen wurde, die Aufmerksamkeit verlagerte sich mir nichts, dir nichts in die Polizeischule. Doch auch da blieben einige Ungereimtheiten.

Größtes Versäumnis war, dass es nicht gelang, Interesse für die Tatverdächtigen aufzubauen. Und unglaubwürdig blieb die Schulorganisation: Kann es wirklich sein, dass ein Einzelner eine große Einrichtung regiert wie ein Sonnenkönig? Dieser Lehrer leitete nicht nur die Schulverwaltung und betreute den Unterricht offenbar allein, er überwachte sogar persönlich das Schießtraining der Schüler.

Unwahrscheinlich.

Von Bettina Fraschke (fra@hna.de)

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