Tatort-Kritik: Intrige gegen die Quote

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„Roomservice“ ist der 62. „Tatort“ mit Ulrike Folkerts (54) als Lena Odenthal. Mark-Christian von Busse hat sich den neuesten SWR-"Tatort" angesehen.

Dass das an der Schwarzwaldhochstraße gelegene Luxushotel Bühlerhöhe als Kulisse für ein "Schlosshotel Kurpfalz" diente, war ein irritierendes, wenngleich belangloses Detail. Aber es stand irgendwie doch dafür, dass sich Regisseur Tim Trageser mit dem Ludwigshafener "Tatort: Roomservice" verkalkuliert hat. Die Gleichung "Spitzenpolitiker plus Seitensprung plus Intrige plus Stress im Team ergibt einen spannenden Krimi" ging nicht auf.

Die Frauenquote in Vorstandsetagen, die EU-Kommissar Sattler (Peter Sattmann) durchsetzen wollte, wirkte als Anlass einer aufwendigen Verschwörung gegen ihn schon überstrapaziert. Auch dramaturgisch hatte das Buch von Stefan Dähnert und Patrick Brunken Schwächen: Warum wurde die Schwester des getöteten Zimmermädchens, die am Tatort zusammenbrach, nicht sofort befragt? Beider Hintergrund blieb völlig im Vagen, andere Figuren, etwa der schmierig-verkommene Journalist, waren Karikaturen. Immerhin gab David C. Bunners dem fiesen Hotelmanager deutliche Konturen. Und wie sich die Themen Macht, Karriere, Konkurrenz im Streit von Ermittlerin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihrer LKA-Rivalin Johanna Stern (Lisa Bitter) spiegelten, wirkte bemüht.

Odenthal, zurück aus der Reha, wirkt noch müde, da kann Kollege Kopper (Andreas Hoppe) Pasta kochen, wie er will. "Ein Ende ist auch immer ein Anfang", begründete sie ihren Auszug aus der Kommissars-WG. Dem SWR-"Tatort" ist wenn nicht das Aus, so auf alle Fälle ein Richtungswechsel zu wünschen.

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