Tatort-Kritik: Kommissar Zufall

Wie viele Zufälle passen in einen „Tatort“? „Nasse Sachen“ ist einer mit fast so vielen Zufällen wie Spielminuten. Zufällig trifft Eva Saalfeld (Simone Thomalla) vor der Nikolaikirche den Mann, der einem vermeintlichen Stasiverbrechen auf der Spur ist, in das zufällig Saalfelds Vater verwickelt war.

Kritik von Claudia Hempel zum Leipziger „Tatort“

Und einem Zufall hat die Kommissarin ihre Suspendierung zu verdanken: Als sie einen Verdächtigen niederschießt, fällt dessen Waffe durch ein Autofenster und wird erst durch halb Europa kutschiert, bevor der Komplize gestellt und das entlastende Beweisstück gefunden wird.

Die vielen Zufälle in diesem „Tatort“ sind keinem Zufall zu verdanken, sondern den Schwächen des Drehbuchs. Da, wo es an seine Grenzen kommt, hilft der Autor mit einer glücklichen Fügung nach. Auf diese Weise zwingt Andreas Knaup den Zuschauer im Zickzackkurs durch eine verwirrende Geschichte um Autoschieberei und DDR-Vergangenheit.

Eine wirklich lange Krimistrecke braucht es, bis der Zuschauer ein bisschen von dem bekommt, worauf er aus ist: Spannung. Was Saalfeld über DDR-Volkspolizisten sagt, gilt eben auch für „Tatorte“: Es gibt solche und solche.

Von Claudia Hempel

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