Tatort -Kritik: Ein Krimi blüht auf

Cenk Batu ( Mehmet Kurtulus) hat sich als Fahrer in eine Bande von Organhändlern einschleusen lassen.

Schmutzig war das Geschäft, das der verdeckte Ermittler Cenk Batu auch in seinem vierten „Tatort“ betrieb. Und es war eine stetig mitschwingende Frage, wie weit die Polizei selbst eigentlich gehen darf, um Kriminellen mit ihren noch viel schmutzigeren Machenschaften das Handwerk zu legen.

Gerade seine Vielschichtigkeit war es erneut, die den „Tatort: Leben gegen Leben“ hervorstechen ließ aus dem ewigen Einheitsbrei der „Kommissare rasen im Auto zur Leiche und ermitteln“-Rituale.

Wie das Thema Organhandel von Regisseur Nils Willbrandt eingebunden wurde, war nur eines: große Klasse. Packend, wie Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) in seinen Rollen agierte, mit seiner Aufgabe hadernd. Durfte er ein Leben gefährden, um ein anderes zu retten? Nachdenklich stimmend, wie die Eltern einer auf eine Niere angewiesenen Tochter an der Bürde zu zerbrechen schienen – und den Ausweg nur in einer illegalen Organspende sahen.

Dass in diesem „Tatort“ die Rolle des stets in der Grauzone operierenden LKA-Kontaktmanns Uwe Kohnau (brillant: Peter Jordan) deutlich aufgewertet wurde, war erfreulich. Und endlich, durch seine Verletzlichkeit und die gezeigten Gefühle kam man auch Batu emotional nahe. In vielen kleinen Momenten war zu sehen: Der NDR-„Tatort“ blüht gerade erst richtig auf.

Von Philipp David Pries

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