„Tatort“-Kritik: Ein Krimi mit Tiefgang

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Was bleibt, wenn selbst die Guten in ihrer Hilflosigkeit nicht mehr wissen, was richtig ist? Der gestrige Tatort „Macht und Ohnmacht“ zeichnete eine verstörend desillusionierendes Bild eines Münchner Polizeireviers.

Mittendrin und im krassen Kontrast stand Franz Leitmayrs (Udo Wachtveitl) und Ivo Batics (Miroslav Nemec) Ex-Kollege Carlo Menzinger (Michael Fitz). Selbst als erholter, hell gekleideter Aussteiger, der sich auf seine Hochzeit vorbereitete, sprach er mehrmals das aus, was der Zuschauer dachte: „Des is a Scheiß-Job!“ Große Leistung auch von Emilio de Marchi, Sascha Alexander Gersak und Sonsee Neu, die dem brutalen Polizisten-Trio ehrliche Hoffnungslosigkeit einhauchten. Der Fall – zwar essenziell mit der Handlung verbunden – lief nur am Rand. Vielmehr erzählte Autorin Dinah Marte Golch eine bedrückende Milieustudie über die Polizeiarbeit an der Basis. Hoffnungsmomente gab es nur selten. Aber auch Ivo und Franz zeigten sich ungewöhnlich sentimental.

Tolle Leistung auch von Regisseur Thomas Stiller, der den Zuschauer in die graue Welt einsog. Einzig die anfänglich dauernd durchs Bild schwingenden männlichen Genitalien wären verzichtbar gewesen.

sjh@hna.de

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