Mark-Christian v. Busse über den Bremer „Tatort“

Tatort-Kritik: Die Macht der Akten

Lassen Sie die Akten fallen!“, hört man von „Tatort“-Kommissaren beim Showdown nach einer Verfolgungsjagd selten. Im Bremer Fall „Schlafende Hunde“ jedoch entfalteten heute Abend vergilbte Stasi-Unterlagen fatale Wirkung.

Regisseur Florian Baxmeyer zeigte, wie man sich das vorzustellen hat, was die Stasi in ihrem verqueren Behördendeutsch „Zersetzung“ nannte: Gerüchte streuen, Misstrauen säen, Angst erzeugen, die Wahrnehmung erschüttern. Um Menschen systematisch fertigzumachen, Existenzen zu vernichten.

„Sind Sie so naiv, Frau Lürsen?“, fragte die Aufklärerin der Stasi-Unterlagenbehörde die Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel), als die an das Funktionieren alter Stasi-Seilschaften 20 Jahre nach der Wende nicht recht glauben wollte. Bis sie selbst unter den falschen Verdacht geriet, für den Ost-Geheimdienst gespitzelt zu haben.

Erfreulich war das Wiedersehen mit Hollywood-Schauspieler Jürgen Prochnow („Das Boot“) als angesehener Unternehmer Hans Rodenburg mit Schattenseiten und dunkler Vergangenheit. Doch die überfrachtete Geschichte um illegalen Waffenhandel, Verrat, Erpressung und Inzest konnte einem so komplex und verwirrend wie tatsächlich abwegig vorkommen. Oder wäre genau das wirklich zu naiv?

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