Tatort-Kritik: Der Nervenkrieg im Gasthof

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Agatha Christie ließ grüßen. Von der Anlage her war der gestrige Bremer „Tatort: Hochzeitsnacht“ ein klassisches Kammerspiel im Stil der britischen Krimi-Legende. Eine Fernsehkritik von HNA-Kulturredakteurin Bettina Fraschke.

Drehbuchautor Jochen Greve schloss eine Hochzeitsgesellschaft per Geiselnahme ins Landgasthaus ein, einer der Gäste musste der Mörder sein. Allerdings von einem neun Jahre zuvor verübten Verbrechen. Solide Krimiunterhaltung bot der Fall mit dem Kommissarenduo Lürsen/Stedefreund, in dem vor allem Sabine Postel mit ihrem nuancenreichen Spiel überzeugte.

Oliver Mommsen als ihr Partner Stedefreund wurde auf eine arg ausufernde Odyssee in die Pampa geschickt, deren Witzgehalt sich rasch erschöpfte. Der Fall um den unschuldig als Mörder verurteilten Wolf (Denis Moschitto) war weitgehend spannend.

Vor allem gelang es Regisseur Florian Baxmeyer, den begrenzten Raum in seiner ernüchternden Schäbigkeit wirklich abwechslungsreich zu bespielen. Er fand in diesem Dorfgasthaus immer wieder neue Bilder und Perspektiven, um den Nervenkrieg zwischen Torte, Musterkachel-Klo und Alleinunterhalter-Pult in Szene zu setzen.

Von Bettina Fraschke

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