"Tatort"-Kritik: Die Netten vom Main

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Wolfram Koch und Margarita Broich treten in große Fußstapfen: Ihre Vorgänger in Frankfurter lieferten stets tollte "Tatorte". Aber auch das Debüt der Neuen war vielversprechend.

Den neuen „Tatort“-Kommissaren Paul Brix und Anna Janneke kann man einfach nicht böse sein. Sie verschenkt literweise Kaffee an Zeugen und übergießt ganz Frankfurt mit ihrer mütterlichen Fürsorge. Und er sagt über einen oberfiesen Notfallarzt: „Wenn man einmal mitbekommen hat, wie der mit Junkies und Obdachlosen umgeht, wird einem klar, wie das Dritte Reich funktioniert hat.“

Wie schon die neuen Ermittler in Franken sind einem auch die netten Frankfurter „Tatort“-Kommissare bei der Premiere ans Herz gewachsen. Das lag zum einen an den tollen Schauspielern Wolfram Koch und Margarita Broich (sowie an dem famosen Roeland Wiesnekker als Chef). Zum anderen lag es am Hessischen Rundfunk, der Jahr für Jahr tolle Krimis produziert.

„Kälter als der Tod“ war zwar nicht so herausragend wie „Im Schmerz geboren“ mit Ulrich Tukur und „Weil sie böse sind“ mit Matthias Schweighöfer, die ebenfalls von Florian Schwarz (Regie) und Michael Proehl (Buch) verantwortet wurden. Dazu war die Geschichte um den Mord an einer Familie und deren dunkles Geheimnis inklusive lesbischer Geschwisterliebe zu sehr konstruiert.

Aber wie das ganze inszeniert wurde (mit gesplitteten Bildschirmen sowie Rückblenden, in denen die Kommissare den Opfern über die Schulter schauten), das war sehenswert. Nur für diesen fiktiven 80er-Jahre-Ohrwurm „It Could Be You“ muss man den Machern böse sein. Man bekommt den eigens für den Film eingespielten Song nun nicht mehr aus dem Kopf und kann ihn jetzt sogar kaufen.

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