Tatort-Kritik: Porträt eines Trauernden

Als vor einigen Tagen eine Ryanair-Maschine nicht auf dem Flugplatz Altenburg bei Leipzig landen konnte, weil der Tower nicht besetzt war, wirkte das wie eine PR-Aktion für den neuen „Tatort“ „Absturz“ von André Georgi (Buch) und Torsten C. Fischer (Regie), der dort spielte.

Der Flughafen-Verantwortliche im Film hatte ebenfalls ein Problem mit Aufsicht und Sicherheit. Was zum Tod eines kleinen Jungen führte. Die Geschichte war nicht spektakulär, aber trotzdem trug sie über die 90 Filmminuten, und es war lange nicht klar, wer von den verschiedenen Verdächtigen nun Täter war.

Ein Glück ist es immer, wenn große Schauspieler wie hier Matthias Brandt mit im Ensemble sind. Sein Porträt des trauernden Vaters ging unter die Haut - besonders die Szene, wo er selbstvergessen in diesem absurd-großen Wohnzimmer zur Musik seines toten Sohnes tanzte.

Angenehm zurückgefahren war auch das private Geplänkel zwischen den Kommissaren. Desto unpassender wirkte das aufgebrachte Rumzicken, das sie sich trotzdem leisteten: völlig überflüssig. Zum Schluss muss noch eins klargestellt werden: Martin Wuttke ist ein toller Schauspieler, sein Kommissar Keppler ein spannender Typ.

Aber muss der Mann mit dieser Andeutung eines unmöglichen Autoschieberbarts herumlaufen? Maskenbildner künftiger Folgen, habt ein Einsehen: Lasst ihn bitte rasiert auftreten.

Von Bettina Fraschke

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