HNA-Meinung

"Die Realität ist irre" - Matthias Lohr über den Kieler Tatort

Im „Tatort“ aus Kiel sprach Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) vielen aus der Seele. Ob er was von dem toten Autor und Unternehmer gelesen habe, dessen Tod sie aufklären mussten, fragte Kollegin Sarah Brandt (Sibel Kekilli). „Ich steh nicht so auf Krimis“, antwortete Borowski.

Die Krimis, die sonntagabends laufen, sind manchen zu unrealistisch. Von „Borowski und der freie Fall“ kann das keiner behaupten. Das war die Realität. Geschickt erzählten Fred Breinersdorfer und Eoin Moore, der auch Regie führte, vor dem Hintergrund eines fiktiven Mordes den Fall Uwe Barschel.

Um den größten Politskandal in der Geschichte der Bundesrepublik ranken mittlerweile so viele Verschwörungstheorien, dass diese Realität irrer erscheint als das, was sich Autoren ausdenken.

Wie schon die letzte Kieler Folge, in der der Mörder entkam, war auch diese um den tiefen Fall dreier erfolgreicher Menschen aus Politik, Medien und Wirtschaft mit einem großartigen Thomas Heinze ein Glücksfall. Die Kommissare bilden längst ein kongeniales Duo. Und Borowski sagt manchmal Sätze, die hoffentlich weit an der Realität vorbeigehen: „Politiker würden die besten Mörder abgeben. Sie haben ein dickes Fell, wenig Kontakt zu ihren Gefühlen und einen vertrauten Umgang mit der Unwahrheit.“

E-Mail an den Autor: mal@hna.de

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