"Tatort"-Kritik: Scherzkekse am Werk

+

Der hat nicht alle Kekse in der Dose“, sagte der Chef der Rockerbande Dark Dogs mit dem schönen Namen „Mutti“, „aber trotzdem, der ist gut.“

Was für den chronisch fröhlichen, Novalis zitierenden, Roller fahrenden Ermittler Jens Stellbrink mit seinen unkonventionellen Methoden gelten mag, kann man dem Saarbrücker „Tatort“ auch nach der zweiten Folge „Eine Handvoll Paradies“ (Buch: Felice Götze, Regie: Hannu Salonen) nicht attestieren. Gut geht anders, und wenn der grandiose Darsteller Devid Striesow weiter in solch haarsträubenden Geschichten mitspielen muss, entwickelt sich sein Saar-Kommissar zur „Tatort“-Enttäuschung des Jahres.

Country-Szenen à la Out of Saarbrücken waren originell gefilmt, aber auch dieser neuerliche Versuch, einen überaus brutalen Fall im wilden Südwesten mit Klamauk zu vermischen, ging bizarr schief. Die Fragen, wie viel Kooperation mit V-Leuten und Verbrechern staatliche Stellen zulassen können, um Straftaten aufzuklären oder Schlimmeres zu verhindern, und ob der Zweck die Mittel heiligt, sind brisant. Wo sich solche Witzfiguren wie Staatsanwältin Dubois (Sandra Steinbach) tummeln, erledigt sich allerdings jede ernsthafte Auseinandersetzung. Hier waren Scherzkekse am Werk. Die Gags jedoch gehören nach Münster. (vbs)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.