"Tatort"-Kritik: Schweiz im Zwielicht

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Die Luzerner „Tatorte“ – gestern Abend lief der zehnte Fall des Schweizer Fernsehens für die Krimireihe – kratzen oft an der Fassade des vermeintlich heilen eidgenössischen Idylls.

Es geht um finstere Geldgeschäfte, Banken im Zwielicht und politische Einflussnahme auf Ermittlungen. Gesellschaftskritik im Gewand des Krimis – aus Schweizer Sicht sind es brisante Fälle, die am schönen Vierwaldstättersee verhandelt werden. So auch gestern.

Für deutsche Zuschauer war der Fall „Kleine Prinzen“ ebenfalls von Interesse. Nicht nur, weil reiche, verwöhnte Jugendliche mit Partyexzessen, die andererseits unter großem Druck stehen, wie hier in einem Elite-Internat vorgeführt, kein spezifisch schweizerisches Phänomen sind. Wie sich Rechtsstaaten zu Diktaturen verhalten – am Beispiel eines arabischen Staats durchexerziert, der seine Söhne im Westen ausbilden lässt, aber diplomatische Immunität beansprucht –, ist auch in Deutschland ein heikles Thema. Ein Spross des libyschen Machthabers Gaddhafi führte sich in München einst auf wie die Söhne des Emirs in Luzern. Dass noch der Begriff Fifa fiel, war das i-Tüpfelchen.

Der Krimi von Stefan Brunner, Lorenz Langenegger (Buch) und Markus Welter (Regie) war stringent, aber auch etwas distanziert erzählt, Stefan Gubser und Delia Meyer als eingespieltes Team Reto Flückiger und Liz Ritschard ermittelten geradlinig. Etwas zu oft eingesetzt: die Rückblenden mit der schönen, nun toten Schülerin Ava (Ella Rumpf).

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