Tatort-Kritik: Spannung mit moralischem Zeigefinger

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Oliver Mommsen als Kommissar Stedefreund und Sabine Postel als Hauptkommissarin Inga Luersen im Tatort "Der illegale Tod" von Florian Baxmeyer.

llegale Einwanderung – ein großes Thema für die kleine Bremer „Tatort“-Welt. Wenn Drehbuchautoren den moralischen Zeigefinger heben, um auf die ganz großen Probleme zu zeigen, ist der Krimi-Zauber schnell dahin.

Bei „Der illegale Tod“ war das anders. Autor Christian Jeltsch und Regisseur Florian Baxmeyer ist es gelungen, eine weitgehend spannende Geschichte zu erzählen und dabei konsequent die politischen Verhältnisse als fragwürdig zu entlarven. Je mehr dieser Film an Inhalt gewann, desto mehr verlor er jedoch an atmosphärischer Dichte.

Und öffnete ein Riesenfass voller Fragen: Was tun mit hilfebedürftigen Flüchtlingen, die in Holzbooten über das Mittelmeer schippern? Wer entscheidet, was rechtens ist? Wer trägt die Verantwortung? Dieser „Tatort“ gab keine Antworten, aber er gab Einblicke in die Motivationen – auch in die der vermeintlich Bösen.

Wasserschutzpolizistin Elena Janson (Ulrike C. Tscharre) verteidigte sich: „Es hieß, kein Flüchtling darf an Bord.“ „Outsourcing der Verantwortung“ nennt es Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel), der zum Flüchtlingsproblem nichts als moralische Plattitüden und sentimentale Predigten einfielen. Die gingen nicht zu Herzen, sondern auf die Nerven.

Von Claudia Hempel

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