Tatort-Kritik: Thema verfehlt

HNA-Kulturredakteur Mark-Christian von Busse über den NDR-Tatort: Als Lars Becker (Buch und Regie) für den NDR seinen Krimi „Der Weg ins Paradies“ über einen in Hamburg geplanten islamistischen Bombenanschlag drehte, war vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ noch gar nichts bekannt.

Die erst kürzlich aufgeflogene Zwickauer Neonazi-Zelle hat in den vergangenen Jahren in Deutschland mehr Menschen getötet als irgendwelche muslimische Wirrköpfe. Nun mutete es merkwürdig verfehlt an, wie dieser Tatort mal wieder Gefahren ausgerechnet durch den radikalen Islam thematisierte - und womöglich Ängste schürte: Na klar, hinter harmloser Hausaufgaben-Nachhilfe in der Moschee stecken verblendete Terroristen.

Als Krimi jedoch, in dem der verdeckte Ermittler Cenk Batu (Mehmet Kurtulus in seinem vorletzten Tatort) mit falscher Identität in die Terrorzelle geschleust wurde, war der Film durchaus sehr sehenswert.

Was junge, intelligente Männer wie Konvertit Christian (Ken Duken) am strengen Islam fasziniert, blieb zwar eher blass. Das Wettrennen zwischen Bombenbauern und Ermittlern aber war aufregend. Und bei den Kompetenzstreitigkeiten und der Arroganz der Behörden konnte man auch ans rechtsextreme Milieu denken. vbs@hna.de

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