Tatort-Kritik: Ein total blöder Kick

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Filiz Koc als Fadime Gueluec in der "Tatort"-Folge "Im Abseits" von Uwe Janson.

Als Fußball-Bundestrainer Joachim Löw im Ludwigshafener „Tatort“ erfährt, dass die Nationalspielerin Fadime Gülüc (Filiz Koc) ermordet wurde, zieht er die Nase hoch wie nach einem Länderspiel.

Er macht genau das, was er sonst macht, wenn ihn Gerhard Delling fragt, ob er die Taktik nicht früher auf 4-4-2 hätte umstellen sollen. Und Steffi Jones, die WM-Organisationschefin, sitzt daneben und sagt einen Satz, den man selbst beim 27. Mal nicht versteht.

Auch mit DFB-Präsident Theo Zwanziger und Manager Oliver Bierhoff war „Im Abseits“ sportlich besser besetzt als jeder andere „Tatort“. Genutzt hat es nichts. Es wünscht sich ja auch niemand Schauspieler, die für Deutschland stürmen.

Taktisch setzten Uwe Janson (Regie) und Jürgen Werner (Buch) auf blöde Frauenfußballklischees. Lena Odenthals Kollege Mario Kopper (Andreas Hoppe) ätzte, dass er täglich genug Elend sähe, da brauche er nicht noch Frauenfußball. Und während die Spielerinnen des FC Eppheim trainierten, ließ sich der Star Gülüc in Unterwäsche im Tor fotografieren.

Übertroffen wurde der Blödsinn nur von Odenthal-Darstellerin Ulrike Folkerts, die im Presseheft über eine Frauenquote im Fußball redete. Dabei bräuchte es eine andere Quote: Endlich weniger schlechte „Tatort“-Folgen.

Von Matthias Lohr

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