Tatort-Kritik: Trickkiste des Grusels

Bettina Frasche über den Turkur-Tatort vom Sonntag: Fehlte nur noch Klaus Kinski, der in diesem Spukschloss augenrollend das Treppenhaus hochwankt. Der HR hat für seinen „Tatort“ tief in die Trickkiste des Bilderbuch-Grusels gegriffen.

Und eine Filmzitate-Mischung aus Klassikern von Hitchcock, Wallace und Agatha Christie zusammengestellt. Das sieht man so drastisch, so exzentrisch in aktuellen Fernsehfilmen definitiv nie: Nahezu schwarz-weiß gefilmt, mit extremem Seitenlicht und mit surrealen Tanz-Sequenzen, die ein krankes Gehirn vorgaukelt.  

„Das Dorf“ wird polarisieren, da hatte Ulrich Tukur, der zum zweiten Mal den Ermittler Felix Murot spielte, recht. Der Film von Justus von Dohnányi (Regie) und Daniel Nocke (Drehbuch) war ein Experiment der HR-Redaktion, wie weit man zur besten Sendezeit in der besten Fernsehreihe im TV gehen kann. Ergebnis: sehr weit.

Der redaktionelle Mut zahlte sich aus, denn der Fall um organisierte Kriminalität war nicht unspannend und die krasse Stilform geglückt. Der Film war ein visuelles Vergnügen, die wahnsinnig manirierte Optik elegant gemacht. Kleine Ungenauigkeiten - wieso eine Ärztin nicht erkennt, wenn ein „Toter“ nur simuliert - waren verzeihlich.

fra@hna.de

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