"Tatort"-Kritik: Überall Traurigkeit in Ludwigshafen

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Tatort: Du gehörst mir

Weniger Zickereien zwischen den Kommissaren, dafür eine berührende Geschichte und eine ungewöhnliche Bildgestaltung - Bettina Fraschke fand "Du gehörst mir", den neuen "Tatort" aus Ludwigshafen, gelungen.

Ein Ballettmädchen im Tutu betritt die leere Theaterbühne. Heimlich, mit ihrer Freundin, die die stolze Tänzerin mit dem Handy filmt. Aufgekratzt, glücklich. Der wundervolle Auftakt für einen berührenden „Tatort“ aus Ludwigshafen.

Wie Regisseur Roland Suso Richter die Folge „Du gehörst mir“ bildlich gestaltete, ließ sie aus der üblichen Fernsehroutine herausragen. Das Fernsehbild wechselte stetig vom Handyfilm zur Betrachterin des Films, dann weitete sich der Fokus auf ein Krankenhausbett, in dem nun die Tänzerin im Koma lag. Dazu die bedrückende Musik von Bon Iver („Holocene“). Die ganze Krimifolge war visuell so durchgestaltet, machte an vielen Stellen Handyfilme und deren typische Bildästhetik zum Stilmittel der Erzählung.

Die Geschichte um eine vergewaltigte Frau, die ins Koma geprügelt, und deren Peiniger nun ermordet aufgefunden wurde, war spannend und bewegte. Autor Jürgen Werner schraubte zudem Stück für Stück die Zickereien zwischen den Ermittlern Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), Mario Kopper (Andreas Hoppe) und Johanna Stern (Lisa Bitter) zurück, die zuletzt doch arg genervt hatten. Wäre schön, wenn dieses Gezänke im Ludwigshafener Kommissariat nun endgültig zu den Akten gelegt wird. Am Ende blieb einfach Traurigkeit – bei allen.

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