So war der Berliner "Tatort

Tatort-Kritik: Verlorene Kids im Kiez

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Spielte beeindruckend: Jens Harzer als Armin Berlow.

Wenn ein „Tatort“ sich eines gesellschaftlich brennenden Themas annimmt, geht das leicht schief, sagt Mark-Christian von Busse. Seine Kritik zum Berliner „Tatort“.

Weil dann der Krimi oft wie am Reißbrett konstruiert wirkt, holzschnittartig, thesenhaft. Jede Figur vertritt brav eine andere Sichtweise. Und im schlimmsten Fall spiegelt sich der Fall noch im Privatleben der Kommissare.

Vanessa Jopp, die grimmepreisgekürte Regisseurin, hat es ganz anders gemacht. Ihr „Tatort: Amour fou“ handelte von Homophobie, oder allgemeiner: von der mühsamen Integration von Migranten im Berliner Stadtteil Neukölln. Das wirkte nicht aufgesetzt, bemüht oder gezwungen. Autor Christoph Darnstädt schilderte einfach eine ungewöhnliche Konstellation im Multikulti-Kiez: Schwules Paar kümmert sich um verlorenen Jungen mit kroatischen Wurzeln, gibt ihm eine Zukunft.

„Wie soll man etwas akzeptieren, wenn man es gar nicht kennt?“, mehr erhobener Zeigefinger als dieser Satz über die orientierungslosen Jugendlichen war nicht. Dafür viel Atmosphäre: wunderbar etwa der Gang von Ermittler Robert Karow (Mark Waschke) mit dem verdächtigen Armin Berlow (Jens Harzer) über das weite Flughafenfeld in Tempelhof.

Harzers Figur changierte großartig zwischen schroffer Abwehr und Nähebedürfnis. Auch die Zerrissenheit von Ermittlerin Nina Rubin (Meret Becker) zwischen Job und Familie berührte.

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