Potenzial verschenkt

"Tatort"-Kritik: Zu viele Baustellen und Fragezeichen

+
Wotan Wilke Möhring

Der jüngste "Tatort" aus Oldenburg mit Wotan Wilke Möhring war mit internationalen Schauspielern super besetzt. Leider wurde daraus zu wenig gemacht. Eine TV-Kritik von Nina Nickoll aus der HNA-Kulturredaktion.

Der NDR-"Tatort": Die Feigheit des Löwen" mit dem Ermittler-Duo Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) und Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) rückte ein aktuelles politisches Thema in den Blick: Syrienkrieg, Flüchtlingshelfer in Deutschland und die dadurch immer häufiger vorkommende Schleuserkriminalität.

Eine "super gute" Idee, wie es Kommissar Falke formulieren würde. Denn in Ansätzen wurde deutlich, in welchem Dilemma Menschen stecken, die ihren Angehörigen bei der Flucht helfen. Leider verzettelte sich der in Oldenburg spielende "Tatort" von Marvin Kren (Regie) und Friedrich Ani, Sohn eines Syrers (Buch). Familiendrama und Flüchtlingstrauma wechselten sich ab. Durch dieses Öffnen zu vieler Fässer - das seelische Leid von Kriegsflüchtlingen wäre einen eigenen Film wert - verschenkte der "Tatort" Potenziale.

Überzeugend war die hochrangige internationale Besetzung: Navid Negahban aus der US-Serie "Homeland" spielte exzellent den Bösewicht Harun, die Österreicherin Brigitte Kren sorgte als resolute Pathologin Dr. Evers für Unterhaltung. Vieles blieb aber am Ende offen, zum Beispiel, wie es nach dem One-Night-Stand zwischen Falke und Lorenz weitergehen kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.