Ludwigshafener „Tatort“

Tatort-Kritik: Vollgepackt mit Klischees

Erschreckende Aktualität hatte der „Tatort“ von Gregor Schnitzler mit Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts). Ein Mädchen starb, und der Verdächtige war ein Mann, der wegen Kindesmissbrauchs zwei Jahre im Gefängnis saß.

Es schien alles ganz klar zu sein. Behörden entlassen einen Täter, und dieser wird rückfällig. Aber so war es nicht.

Dann dachte der Zuschauer lange, die psychisch kranke Mutter hätte ihr Kind aus Eifersucht umgebracht. Aber so war es auch nicht. Es war ein fremder Mann, ein Anwalt, der im Streit mit seinem kroatischen Bekannten von der kleinen Sandra überrascht wurde und dem schreienden Mädchen den Mund zuhielt. Das Mädchen erstickte.

Spannend war der „Tatort“ von Autor Harald Göckeritz, aber überladen an Klischees: ein Freizeitpark, eher gruselig als einladend, ein ehemaliger Kinderschänder, ein tollwütiger Kroate, ein verschlossener Rechtsanwalt und eine Mutter, die in der Kindheit geschlagen wurde.

Parallel zu den Mordermittlungen wurde Kommissar Kopper (Andreas Hoppe) auch noch der Sohn seiner Cousine, der freche Guiliano, aufs Auge gedrückt. Der Lausbub wurde im Präsidium abgegeben. Skurril wirkte diese Mischung: auf der einen Seiten die ermordete Sandra, auf der anderen der gewitzte Guiliano, der vor Lebensfreude nur so strotzt.

Von Heike Wagner

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.