Tatort-Kritik: Im Wald verlaufen

Hölzerne Sätze: Andreas Hoppe als Kopper. Foto: ard

In diesem Fall war vieles anders: Schon nach sechs Minuten war Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) gefesselt, vor ihr ein Halbstarker, der sie später mit ihrer Dienstpistole durch den Pfälzer Wald dirigiert.

Während Kollege Kopper (Andreas Hoppe) über die Qualität von Steinpilzen für Risotto sinnierte, wurde die Leiche, die Odenthal suchen wollte, von jungen, aus dem Erziehungslager ausgerückten Straftätern verbuddelt. Gut so, denn für die weiteren 84 Minuten des „Tatorts“ aus Ludwigshafen war sie von eher untergeordneter Bedeutung.

In „Der Wald steht schwarz und schweiget“ (Regie: Ed Herzog) ging es weniger um Mord als um die Entführung von Odenthal. Um Spannung bemüht, geriet das Drehbuch von Dorothee Schön hölzern - vor allem was Kopper betraf. Markig koordinierte er die Suchtruppen, erklärte nebenbei seinen Kollegen die Polizeiarbeit. Andreas Hoppe ließ sich vom flachen Text vereinnahmen, die Angst um Odenthal war wenig greifbar. Die Jugendlichen waren klischeehaft skizziert. Da wirkte es fast erfrischend, dass Odenthal sie mit viel Fingerspitzengefühl manipulierte, um nicht nur sie, sondern auch die eigene Haut zu retten.

fsz@hna.de

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