Vieles noch unerzählt

Kritik zum Berliner "Tatort: Das Leben nach dem Tod" - DDR-Todesstrafe als wenig bekanntes Thema

Schauspieler Otto Mellies spielt Richter a.D. Gerd Böhnke. 
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Schauspieler Otto Mellies spielt Richter a.D. Gerd Böhnke. 

Der "Tatort" aus Berlin beleuchtete das wenig bekannte Thema Todesstrafe in der DDR. Das sagt unsere Kritikerin zur Folge "Das Leben nach dem Tod". 

Nein, es wird längst noch nicht zu viel. Natürlich ist rund um den 30. Jahrestag des Mauerfalls das Fernsehprogramm voll mit Spielfilmen, Dokus und Talkrunden zum Thema deutsche Einheit. Macht das überdrüssig? Keineswegs. Es ist noch nicht an der Zeit, diese Umbruchepoche künstlerisch und medial zu den Akten zu legen. 

So viel Schrecken, Drama, Glück, aber auch kaum bekannte Hintergründe sind noch nicht dargestellt worden. Wenn man sich klarmacht, wie sehr uns noch die NS-Diktatur und der Krieg beschäftigen, dagegen sind 30 Jahre Ende der DDR-Diktatur nichts.

Ein Fall über Leben, die sich schon in der DDR kreuzten

Der Berliner „Tatort: Das Leben nach dem Tod“ von Florian Baxmeyer (Regie) und Sarah Schnier (Buch) beleuchtete das wenig bekannte Thema Todesstrafe – die in der DDR bis 1987 existierte. Es war ein richtig spannender Fall, in dem sich Stück für Stück das Schicksal der einstigen Gegenspieler enthüllte, deren Lebenswege seit DDR-Zeiten unauflöslich miteinander verbunden waren. 

Ein Highlight war auch, den einstigen Defa-Schauspieler Otto Mellies mit seinen 88 Jahren als DDR-Richter Gerd Böhnke zu erleben.

Schließlich berührten die beiden Ermittler Robert Karow (Mark Waschke) und Nina Rubin (Meret Becker) mit einem plötzlichen Moment körperlicher Innigkeit. Das war stimmig eingebunden und wirkte nicht aufgepropft. 

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