Tat aus Verzweiflung

Kritik zum NDR-"Tatort - Querschläger"

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Milan Peschel grandios als verzweifelter Vater Steffen Thewes. 

Im "Tatort - Querschläger" stand der Täter bereits zu Beginn fest. Der Spannung tat das keinen Abbruch. Was den NDR-"Tatort" sehenswert machte, verrät unsere Kritikerin. 

Nicht nur die beiden Ermittler traf der Fall im „Tatort: Querschläger“ von Regisseur Stephan Rick nach dem Drehbuch von Oke Stielow emotional: Steffen Thewes (Milan Peschel), ein verzweifelter Vater, der alles dafür tat, um das Geld für die Operation seiner schwerkranken Tochter aufzutreiben. 

Auch wenn der Täter dieses Mal von Anfang an feststand, machte das Katz- und Maus-Spiel den „Tatort“ doch interessant, zumal so das Motiv und die Gesellschaftskritik im Vordergrund standen.

Kommissare bleiben eher blass

Die beiden Ermittler Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Julia Grosz (Franziska Weisz) blieben angesichts von Peschels schauspielerischer Leistung dagegen etwas blass und fungierten mehr als Beiwerk. 

Der Versuch, die Kommissare hervorzuheben, etwa mit der Nebenhandlung der Annährungsversuche einer lesbischen Kollegin an Grosz, misslang und wirkte aufgesetzt. Ansonsten verfielen Grosz und Falke oft in Krimi-Klischees wie die nächtliche Observierung oder Alleingänge, die in diesem Fall eher überflüssig wirkten.

Peschel zeigte eine breite Palette der Emotionen

Die Kritik am Gesundheitssystem, das keinen Platz für Einzelfallentscheidungen zu haben scheint, wurde, an dem Beispiel von Thewes Tochter dagegen sehr anschaulich, ebenso wie die Verzweiflung, in die es Angehörige treiben kann. Peschel zeigte eine breite Palette an Emotionen, die den sonst durchschnittlichen Krimi sehenswert machten. 

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