Tatort-Kritik: Der Zuschauer war gefragt

Dieser NDR-Tatort erzählte von den Abgründen hinter einer bürgerlichen Fassade. Das war Stärke und Schwäche zugleich, wie HNA-Volontärin Kristina Marth in ihrer Kritik schreibt.

Stell dir vor, dein Nachbar führt ein Doppelleben und hält Kinder gefangen. Der NDR-Tatort „Schwarze Tiger, weiße Löwen“ (Drehbuch: Ulrike Molsen und Eoin Moore) erzählte von tiefen Abgründen hinter einer bürgerlichen Fassade.

Ein enges dunkles Kellerverlies, die aufgebettete Leiche einer jungen Frau: Passend zu dem düsteren Thema zeigte Regisseur Roland Suso Richter mitunter beklemmende Bilder – die Geschichte hinter ihnen sollte sich der Zuschauer jedoch größtenteils selbst ausmalen.

Genau das war Stärke und Schwäche des Krimis zugleich. Angenehm war, dass der Fall von LKA-Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler), bei dem das Mordopfer auch Täter war, ohne Gewaltdarstellungen oder übertriebene Horrorszenarien auskam. Dass der Film vieles der eigenen Vorstellungskraft überließ, und beispielsweise in puncto Psyche des Peinigers oder Schicksal seiner Opfer oberflächlich blieb, stellte jedoch nicht ganz zufrieden.

Auch ein paar intensive Szenen mehr hätten ihm nicht schlecht getan. Dennoch war er dramatisch und durchdacht – und spannend bis zur letzten Minute.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.