"Tatort" aus Münster: Boerne und Thiel ermitteln ohne Hand und Fuß

Ihr neuester Fall führt die Münsteraner Tatort-Ermittler Boerne und Thiel in die Szene des Wettbewerbstanzens.

Unser Kritiker Mark-Christian von Busse kann bei dem eingespielten Duo sogar über einige Ungereimtheiten des Falls, den die ARD am Sonntagabend zeigte, hinwegsehen:

Die „Tatorte“ aus Münster sind so perfekt auf das populärste Ermittlerduo der ARD-Krimireihe, Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) und Frank Thiel (Axel Prahl) zugeschnitten, dass Mängel der Geschichte kaum mehr ins Gewicht fallen. So auch beim gestrigen Fall „Ein Fuß kommt selten allein“ von Regisseur Thomas Jauch. Der war nicht nur im Wortsinne ohne Fuß – der ungewöhnliche Gang des eisenharten Tanztrainers (Max von Pufendorf) musste aufmerksamen Zuschauern früh auffallen –, sondern im übertragenen Sinne: Hand und Fuß hatte hier, was die Plausibilität betraf, wenig.

Schon der krankhafte Ehrgeiz der Münsteraner Tänzer ließ einen seltsam kalt. Im Grunde ist auch ärgerlich, mit welchen Klischees Drehbuchautoren wie Stefan Cantz und Jan Hinter arbeiten, wenn sie Thiels Althippie-„Vaddern“ (Claus Dieter Clausnitzer) als Sammler berauschender Pilze lächerlich machen oder mit dem Tänzer-Präsidenten (Thomas Heinze) einen Arzt entwerfen, der als arrogante Koryphäe dem eitel-blasierten Boerne in nichts nachsteht.

Aber alles egal – Liefers und Prahl spielen längst so selbstverständlich, geschmeidig und schwungvoll, dass ihre Dauer-Kabbeleien in jedem Fall eine Freude sind. Fast wie ein selbstvergessener Tanz.

Rubriklistenbild: © WDR

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