"Tatort" und Striesow - von Anfang an ein Missverständnis

Letzter "Tatort" aus Saarbrücken mit Devid Striesow: Endlich ist es vorbei

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Letzter „Tatort“: Devid Striesow als Kommissar Jens Stellbrink.

Devid Striesow ist einer der besten deutschen Schauspieler, seine "Tatort"-Folgen aus Saarbrücken waren hingegen mit die schlechtesten. Auch sein Abschied war x-beliebig, meint unser Kritiker.

Der großartige Devid Striesow als Saarbrücker „Tatort“-Kommissar Jens Stellbrink – das war von Anfang an ein Missverständnis. Nach den ersten absurd missglückten Klamauk-Folgen – man erinnere sich nur an die lächerliche Karikatur einer Staatsanwältin – ist der Saar-„Tatort“ inzwischen in solidem Mittelmaß angekommen. Kein Wunder, dass sich der Starschauspieler „neuen Herausforderungen widmen“ will, wie es immer so schön heißt. Tränen dürfte bei seinem Rückzug niemand vergießen.

Der letzte Fall mit dem 45-Jährigen, in dem sein Abschied überhaupt nicht thematisiert wurde, war ein Durchschnittskrimi mit „Tatort“-typischer Dramaturgie: Eine längst nebenbei eingeführte Figur rückt plötzlich als verdächtig in den Fokus, weil die Ermittler ihr Geheimnis offenbaren.

Regisseur Zoltan Spirandelli (auch Buch, mit Michael Vershinin) machte die heikle Lage von Asylbewerbern mit unklarem Aufenthaltsstatus allerdings glaubwürdig sichtbar: Zeitweilige Duldung ohne Perspektive führt zu irrationalen Ängsten und Reaktionen. 

El Mehdi Meskar war als junger Ägypter Kamal eine starke Besetzung. Der koptische Christ, als Spitzel für die Ausländerbehörde tätig, um nicht abgeschoben zu werden, kümmerte sich hingebungsvoll um seinen jüngeren Bruder. Dessen Tod, so unerwartet, so fürchterlich, zeigte, mit welcher emotionalen Wucht Sonntagabendkrimi wirken kann. Sogar ein x-beliebiger. 

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