Autor und Regisseur Rupert Henning arbeitete sich an einer ganzen Generation ab 

"Tatort"-Kritik: Der Krimi aus Wien hatte weder Botschaft noch Sinn

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Endlich ging es im "Tatort" mal nicht um Flüchtlinge. Viel mehr Positives kann man über die Wiener Folge "Schock" allerdings nicht sagen, die auch ein toller Hauptdarsteller nicht retten konnte.

Am Ende schien der Student David Frank diesen „Tatort“ zusammenzufassen. „Es gibt keine Moral, und auch keine Botschaft“, sagte er über den Plan, seine Eltern und sich zu töten. Das passte auch auf die Wiener Folge „Schock“, die weder Botschaft noch Sinn hatte. Dabei hätte man aus einer interessanten Grundkonstellation einen interessanten Film machen können.

Dieser Frank, der von Aaron Karl immerhin eindrucksvoll gespielt wurde, kündigte per Videobotschaft an, Vater und Mutter zu töten, um auf den Leistungsdruck hinzuweisen, unter dem seine Generation leide. Er selbst hatte es sicher schwer. Einmal sagt sein Vater, ein renommierter Mathematiker zu ihm: „Niemand fragt dich später, wer du bist, sondern, was du bist.“

Autor und Regisseur Rupert Henning machte daraus jedoch eine Abhandlung über die gesamte Generation Y, die wegen Ausbildungssorgen und dem täglichen Konkurrenzkampf kurz davor sei, eine RAF 2.0 zu gründen. Den Wettlauf gegen die Zeit der Ermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) inszenierte er leider im Zeitlupentempo. Und mancher Nebendarsteller bewegte sich schauspielerisch auf dem Niveau des Saarbrücker „Tatorts“.

Im Presseheft sagt Hauptdarsteller Karl (26), das wichtigste Problem seiner Generation sei nicht der Leistungsdruck, sondern die Ausbeutung des Planeten. Die Verschwendung müsse aufhören. Ganz nebenbei: Mit der Verschwendung von Sendezeit am Sonntagabend muss auch endlich Schluss sein.

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