Der „Tatort“ aus Wien: Besser als Münster

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Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, r.) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) finden den steif gefrorenen Fleischgroßhändler Müller (Martin Brambach) in einer seiner Gefrierkammern.

Manche „Tatort“-Fans nervt es, wenn Sonntag für Sonntag die immer gleichen Schauspieler zu sehen sind. Nach „Falsch verpackt“ aus Wien wünscht man sich hingegen, dass Martin Brambach ab sofort in jedem „Tatort“ einen Bösewicht spielt. Eine Tatort-Kritik von Matthias Lohr.

Es ist ein Erlebnis, wie er jeder noch so tragischen Figur eine Komik verleiht, die lustiger ist als alles andere im Fernsehen. In der von Sabine Derflinger federleicht inszenierten Folge nach einem Buch von Martin Ambrosch spielte er einen Geflügel- und Schweinehändler, der eigentlich Vegetarier ist.

Der Fiesling war ebenso wenig zu durchschauen wie die zahlreichen Chinesen. Drei von ihnen waren halbgefrorene Leichen. Ein anderer wurde zerstückelt, die Einzelteile mussten Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) im Müll zusammensuchen. Durch Neuhausers Einstieg hat der Wiener Sonntagabendkrimi eine sehr komische Note bekommen, die ihn zum besseren Münster-„Tatort“ macht. Dort treiben Thiel und Boerne ihre Späße so bunt, dass die Fälle darunter leiden.

Dagegen hat Wien auch gute Geschichten zu bieten. Wie in der vorigen Folge mit meuchelnden Serben ging es auch diesmal um eine kalte globalisierte Welt. An die Fratze von Brambachs erfrorenem Bösewicht wird man noch lange denken.

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